Der Beruf des Musikproduzenten
Dieser Beruf kann durch eine Ausbildung erlernt werden, ist jedoch auch von Musikern oder Tontechnikern durch Erfahrung in der Branche auszuüben. In Deutschland bietet die in Hamburg ansässige audioacademy Fortbildungen, in denen Musiktheorie und Kompositionslehre vermittelt wird. Passende Musiksoftware und der Umgang damit wird dort vorgestellt und erlernt, sowie der Ablauf einer Musikproduktion und die erforderliche Tontechnik. Die Teilnehmer werden auch über rechtliche und betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte informiert. Die in Köln, Berlin und München ansässige private Akademie Deutsche POP bietet sechs Kurse in einem Teilzeit-Studium an. Auch hier werden die Teilnehmer in den Bereichen Tontechnik, Komposition und Business unterrichtet. Zusätzlich bietet der Verband Deutscher Musikschaffender Seminare an, die neue Musikproduzenten auf ihren Berufseinstieg vorbereiten sollen. Es wird der richtigen Umgang sowohl mit den Plattenfirmen als auch Künstlern besprochen und das richtige Lizensieren von Produktionen. Auch über die Rechte und Pflichten wird aufgeklärt, wenn der Musikproduzent eine eigene Firma, sprich Label gründen möchte.
Die Produktion
Die Arbeit eines Musikproduzenten ist gleichzusetzen mit der Arbeit eines Regisseurs beim Film. Ein Musikproduzent produziert zusammen mit dem Musiker oder den Musikern einen Musiktitel im Tonstudio. Der Musikproduzent versucht sowohl die Vorstellungen der Musiker als auch die Anforderungen der Plattenfirmen miteinander zu verbinden oder zumindest einen Kompromiss zu finden. Auch Tontechniker unterstützen die Produzenten, falls die Aufnahmen aufwändiger sind. Je nach Musikproduzent gehört auch die Betreuung des Musikers zu seinen Aufgaben. Sei es nun die Motivierung oder Lenkung des Musikers in eine bestimmte Richtung, musikalisch oder teilweise auch privat, oder auch die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Musikern und Plattenfirmen. Musikproduzenten können auf zweierlei Weise agieren. Entweder sie versuchen neue Künstler zu entdecken und fördert diese, um sie an eine Plattenfirma zu vermitteln oder sie arbeiten bereits mit einer Plattenfirma zusammen und produzieren mit vorhandenen Musikern.
Der Verdienst
Der Verdienst eines Musikproduzenten hängt dabei von den Lizenzen ab, die der jeweilige Verkauf bringt. Somit verdient er entweder, wenn er Erfolg mit seiner Produktion hat oder er wird im Voraus durch die Plattenfirma durch eine pauschales Honorar entlohnt und erlangt dadurch die komplette Befehls- und Entscheidungsgewalt über das Projekt. Dies geschieht nur bei langjähriger Zusammenarbeit zwischen dem Musikproduzent und der Plattenfirma. Prominente Erfolgsbeispiele zwischen Plattenfirmen und Musikproduzenten sind Frank Farian (Boney M), Dieter Bohlen (Modern Talking), Lou Perlman (Backstreet Boys) und Quincy Jones (Michael Jackson).